Fahrerkarten auslesen und die Zeiten prüfen, ohne dass die Daten den eigenen Rechner verlassen.
Kurz, warum wir das gebaut haben: Wir wollten unsere Tacho-Daten selbst verstehen und dafür nicht immer fremde Software brauchen. Entstanden ist das Ganze erstmal aus reinem Interesse. Ausgelesen wird komplett auf Basis der öffentlichen EU-Spezifikation.
Zwei Sachen haben uns an den bestehenden Programmen genervt. Erstens zeigen sie immer nur eine einzelne Datei, obwohl eine .ddd nur einen kurzen Zeitraum abdeckt. Wir werfen einfach alle Downloads zusammen und sehen so den kompletten Monat.
Zweitens: Wenn die Karte mal nicht gesteckt war, erfinden manche Programme trotzdem Verstöße, obwohl es für die Zeit gar keine Daten gibt. Bei uns steht da einfach ehrlich „nicht bewertbar“.
Was uns selbst überrascht hat: In unseren Tests stimmt unsere Zeitachse zu über 99 % mit der der großen, etablierten Programme überein. Die Zahlen kann man also ernst nehmen.
Alles läuft dabei komplett lokal auf dem eigenen Rechner, es wird nichts hochgeladen oder weitergegeben.
- Lenkzeit
- Arbeitszeit
- Ruhetag
- nicht bewertbar
Ein einzelner Download deckt nur einen Teil des Monats ab. Mehr als diesen Ausschnitt zeigen viele Programme nicht.
Mit jedem weiteren Download kommt ein Stück dazu, und die Dateien überschneiden sich an den Rändern.
Scernetta legt alle Downloads übereinander und nimmt für jeden Tag die Datei mit den vollständigsten Daten. So entsteht der ganze Monat, und unten steht, aus welcher Datei jeder Tag stammt.
An Tagen ohne Karte gibt es keine Daten. Dort steht dann „nicht bewertbar“, ein Verstoß wird daraus nicht gemacht.
Was das Programm macht
Sie öffnen die .ddd-Dateien, die Ihr Downloadgerät oder Ihr Kartenleser erzeugt hat, egal ob sie von der Fahrerkarte stammen oder aus dem Massenspeicher des Fahrzeugs. Scernetta erkennt, zu welchem Fahrer eine Datei gehört, legt alle Downloads dieses Fahrers chronologisch übereinander und nimmt für jeden Tag die Datei, die für diesen Tag die vollständigsten Daten enthält. Das Ergebnis ist eine durchgehende Historie über alle Downloads hinweg, also der ganze Monat oder auch das ganze Jahr, wenn die Dateien so weit zurückreichen.
Aus dieser Historie leitet das Programm die Schichten ab und rechnet Lenkzeit, Arbeitszeit, Bereitschaft und Ruhezeit zusammen, und zwar pro Tag, pro Woche und über zwei Wochen, weil die Verordnung alle drei Zeiträume kennt. Dann prüft es die Zeiten gegen die Verordnung (EG) Nr. 561/2006 und die Richtlinie 2002/15/EG, für die Schweiz gegen die ARV 1 und die ARV 2, und zeigt Verstöße in zwei Sichten nebeneinander. Die eine bewertet so, wie es die etablierten Programme tun, die andere hält sich streng an den Wortlaut des Gesetzes. Wo die beiden auseinandergehen, sieht man das im Programm und kann selbst entscheiden, welcher Sicht man folgt.
Wenn die Karte in einem Zeitraum nicht gesteckt war, gibt es für diesen Zeitraum schlicht keine Daten. Manche Programme rechnen für solche Lücken trotzdem Verstöße aus, was uns nie eingeleuchtet hat. Scernetta trägt an dieser Stelle „nicht bewertbar, Karte nicht gesteckt“ ein und belässt es dabei, weil man aus nichts keinen Verstoß ableiten kann.
Für den laufenden Tag rechnet das Programm außerdem voraus, wie lange noch gefahren werden darf und wann die nächste Ruhezeit fällig ist. Am Ende exportieren Sie einen Bericht als PDF oder CSV, auf Wunsch mit einem Quellenmanifest, in dem für jeden Tag steht, aus welcher Datei die Daten stammen, damit Sie auch Monate später nachvollziehen können, woher eine Zahl kommt.
Das alles passiert auf Ihrem Rechner, Fachleute nennen das On-Prem. Es gibt keinen Server dahinter, auf den etwas hochgeladen wird, und deshalb auch kein Benutzerkonto. Die Dateien bleiben in dem Ordner, in dem sie vorher schon lagen.
Für wen wir das gemacht haben
In erster Linie für Speditionen und Fuhrparkleiter, die ihre Fahrer legal halten müssen und bei einer Kontrolle Berichte vorlegen wollen, ohne dafür ihre Kartendaten in eine fremde Cloud zu laden. Busunternehmen sind genauso gemeint, denn für sie gilt dasselbe Recht, auch wenn die meisten Programme nur an Lkw denken. Und einzelne Fahrer, die ihre eigene Karte auslesen und ihre Zeiten selbst prüfen wollen, können das Programm genauso benutzen, es braucht dafür weder ein Konto noch eine Firma dahinter.
Wer die Auswertung in ein eigenes System holen will, etwa ein TMS, ein ERP oder eine Telematik, bekommt denselben Auswertungskern als On-Prem-API. Die läuft als Container im eigenen Netzwerk, mehr dazu steht auf der API-Seite.
Womit wir das belegen
Wir haben Scernetta gegen die etablierte Software und gegen den Gesetzestext geprüft, weil wir selbst wissen wollten, ob man den Zahlen trauen kann.
| über 99 % | Übereinstimmung unserer Zeitachse mit der etablierten Software |
|---|---|
| 99,8 % | Übereinstimmung bei Arbeitsschichten |
| 317 von 318 | Prüffälle der Regelauswertung gegen den Gesetzestext selbst bestanden, nicht nur gegen andere Programme |
| über 4.600 | echte Kartendateien fehlerfrei verarbeitet |
Der Parser ist komplett aus der öffentlichen EU-Spezifikation entwickelt.
Wenn Sie das mit Ihren eigenen Dateien ausprobieren wollen, schreiben Sie uns eine kurze Nachricht mit der Anzahl Ihrer Fahrer und ob es um das Desktop-Programm oder die API geht. Wir melden uns dann mit einer Testversion.